|
Fiatgeld, Notenbanken, Giralgeldschöpfung und Systemkrise
|
| Author |
Message |
AtroX_Worf
Junior Member

Posts: 27
Group: Basic
Joined: Oct2007
Status:
Offline
Reputation: 0
Pax Romana
|
RE: Fiatgeld, Notenbanken, Giralgeldschöpfung und Systemkrise
Du weißt schon, dass man Dollar von 1960 nicht einfach mit Dollarn von 2008 vergleichen kann?
Ein 1960er Dollar ist in Jahr-2000 Dollarn 2007 0,1766 Dollar wert (ich habe rein zufällig einen entsprechenden Datensatz auf meinem Computer).
|
|
| 31.03.2008 21:33 |
|
 |
Bulent Epikur
Super Moderator
   
Posts: 1,168
Group: Super Moderators
Joined: Dec2007
Status:
Offline
Reputation: 21
Aphrodite EPHESUS Frenzy
|
RE: Fiatgeld, Notenbanken, Giralgeldschöpfung und Systemkrise
Ein 1960er Dollar ist in Jahr-2000 Dollarn 2007 0,1766 Dollar wert (ich habe rein zufällig einen entsprechenden Datensatz auf meinem Computer).
Atrox, es ehrt mich ja, das du als "Volkswirtschaftler" meine Beiträge soweit "wertvoll" findest zu kommentieren, obwohl du als "Papiergeld-Tiger" eher ein "System-Bewahrer" bist, und noch an das Gute im System glaubst!
Aber wie schon eingangs meines Beitrags geschrieben, handelt es sich hier im Grunde nur um einen " nostalgischen Rückschau", mit dem Hintergedanken, das während die "nominalen Dollarwerte" mit dem Faktor 10 stiegen, die Staatsverschuldung sogar um das 32-fache gestiegen ist. Ein irrer Wert, sogar im Vergleich zu der desaströsen Papiergeldentwertung.
Die Staatsverschuldung: Für mich Grund vielen Übels.
Ja, du hast recht! Man kann hier ohne Weiteres erkennen, das der Dollar von 1960 nicht mit dem Dollar von 2008 verglichen werden kann. 
Es gibt einen alten Satz vom relativ unbekannten Charles Holt Carroll aus dem Jahre 1857: Manche Tatsachen sind halt tatsächlich zeitlos!
"Was wir für eine Wertsteigerung unserer Waren halten, ist nur eine Veränderung des Nennbetrages, mit dem wir diese austauschen; sie selbst werden dadurch, vergleicht man sie gegenseitig, im ihrem Tauschwert nicht verändert."
http://www.mises.org/etexts/currency.pdf
Interessant an dem ganzen Beitrag ist aber eh nur der letzte Satz: We're freaking doomed! Deshalb, relax!
PS: Ich glaub' deinen "Datensatz" zur Berechnung der Geldentwertung kannst du beruhigt entsorgen. Auf der folgenden Webseite kannst du den relativen Geldwert bezogen auf
a) CPI
b)GDP_Deflator
c)Verbraucherkorb nach Waren u. Dienstleistungen
d)Verglichen mit dem Arbeitslohn eines ungelernten Hilfskrafts
e)BIP per Kopf
f)BIP total, flexibel berechnen!
http://www.measuringworth.com/calculator...result.php
Wenn du das mit deinem 17,66 cent von 1960 bis 2006 mal eintippst, kommst du auf erschreckendere Werte, wie von deinem "Datensatz"!
In 2006, $0.18 from 1960 is worth:
$1.20 using the Consumer Price Index
$0.98 using the GDP deflator
$1.52 using the value of consumer bundle !!!
$1.43 using the unskilled wage
$2.67 using the nominal GDP per capita
$4.43 using the relative share of GDP
Interessant für den "Joe Sixpack" oder unsern otto Normalverbraucher wäre wahrscheinlich Version c, mit dem "consumer bundle". Leider errechnen sich da nicht die optimistischen 1,00 wie von dir eventuell angenommen, sondern eher 1,52 für den 17,66 US-Cent aus dem jahre 1960, oder 11,62 für die 100 von heute!
Angesichts dieser Nacht voller Zeichen und Sterne wurde ich zum ersten Mal empfänglich für die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt. (...by embracing the "gentle indifference of the world")
|
|
| 31.03.2008 23:13 |
|
 |
AtroX_Worf
Junior Member

Posts: 27
Group: Basic
Joined: Oct2007
Status:
Offline
Reputation: 0
Pax Romana
|
RE: Fiatgeld, Notenbanken, Giralgeldschöpfung und Systemkrise
Ich habe genau den Consumer Preis Index genommen, in chained 2000 Dollars liegt er 2008.01 bei 1.2 
Entsorgung werd ich den Datensatz sicher nicht, in nem Paper kann ich schleißlich nicht auf diese Website verweisen. Die Daten sind aber auch von der BEA.gov, wie sicher auch die von der web site.
Wieso soll den Staatsverschuldung so schlecht sein? Immerhin wird ein Staat durch Staatsverschuldung allein werder reicher noch ärmer.
Zum Schuldenabbau brauchen wir nur eine reale Staatsneuverschulung, welche unter dem realen Wirtschaftswachstum liegt.
Man müsste dazu noch nciht einmal auf Verschuldung verzichten.
Du hast imemr noch nicht ausreichend erklärt, wie du zu deinen Ansichten kommst. Ich sagte ja schon, ich hab BWL, VWL und Mathematik studiert und befasse mich durchaus kritisch mit den gegebenheiten - vermute aber auch nicht überall Verschwörungen.
Was wäre denn dein Vorschlag? Geld an realwert "fix" zu koppeln?
Noch was zur Wertsteigerung: Deswegen benutzt man eben kaum nominelle Beiträge, sondern reale. Der CPI ist wohl der gängiste Deflator für diese Zwecke. Ich will aber jetzt nicht detailierter in die Methodolige eingehen und, wieso ich beispielsweise auch denke, dass c nicht so viel Sinn macht.
|
|
| 31.03.2008 23:29 |
|
 |
Bulent Epikur
Super Moderator
   
Posts: 1,168
Group: Super Moderators
Joined: Dec2007
Status:
Offline
Reputation: 21
Aphrodite EPHESUS Frenzy
|
Die “Feelgood Gang” hat wieder zugeschlagen! von weissgarnix, 30. März 2008
Bitte, liebe Freunde: hört auf mit dem Jammern, beendet das ewige Nörgeln, von nun an wird alles besser. Kein Witz! Seit heute haben es die Deutschen schwarz auf weiß: Superminister Michael Glos (CSU), bekanntlich der wirtschaftspolitische Motor dieser Bundesregierung, ein Energiebündel vor dem Herrn, der sich mit jeder Faser seines Körpers energisch für all die Reformen ins Zeug legt, die Deutschland jetzt braucht: er bestellt uns via BamS die bevorstehende Ankunft des Erlösers, den kollektiven Übertritt in den Zustand des real-existierenden Nirvanas: in 10 Jahren herrscht in Deutschland wieder Vollbeschäftigung!
Aber halt, nicht so schnell: diese Segnung wird auf uns Sterbliche nicht einfach mal so herabregnen, .... Wir müssen schon ein wenig was dafür tun, sagt Minister Glos, “die Weichen richtig stellen”. Mit Mindestlohn und solchen Scherzen ist da natürlich gar nix zu machen, der bewirkt das genaue Gegenteil. Nee, “Mindestlohn”, das geht überhaupt nicht, assistiert einer der es sogar noch besser weiß, und der natürlich wie üblich keinesfalls pro domo spricht, sondern ausschließlich mit Blick auf das Gemeinwohl: Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Halten wir also fest: der Mindestlohn darf nicht kommen, dann flutscht das schon mit der Vollbeschäftigung!....
Und falls nicht, dann bemühen wir einfach die Statistiker, die machen das schon. Die rechnen einem nämlich all diejenigen aus der Arbeitslosenquote raus, die rein optisch schon einfach nur stören, und arithmetisch dem großen Ziel erst recht im Weg stehen. Und falls das auch noch nicht reichen sollte, dann braucht’s einfach nur die richtigen Souffleure aus der mainstream-Ökonomie, und die rechnen einem dann vor, dass Vollbeschäftigung heute keinesfalls eine Arbeitslosenquote von nahe ”Null Prozent” bedeutet, sondern dass in unseren modernen Zeiten, in denen ja bekanntlich alles ganz anders und sowieso viel besser ist, dieser glückselige Zustand bereits anliegt, wenn selbige bei nicht mehr als 5% liegt....
Weiterlesen auf... http://www.weissgarnix.de/?p=95#more-95
Der letzte Absatz ist auch der Grund, warum ich CPI und anderen statistischen Scherzen nicht gut zu sprechen bin.
"..richtige Souffleure aus der Mainstream-Ökonomie": Das ist keine Verunglimpfung, sondern meiner Meinung nach leider eine Tatsache, alter Schwede.
Angesichts dieser Nacht voller Zeichen und Sterne wurde ich zum ersten Mal empfänglich für die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt. (...by embracing the "gentle indifference of the world")
|
|
| 31.03.2008 23:55 |
|
 |
Malone
Administrator
     
Posts: 4,662
Group: Administrator
Joined: May2007
Status:
Offline
Reputation: 28
Joyland Malonatia Prosperia
|
RE: Fiatgeld, Notenbanken, Giralgeldschöpfung und Systemkrise
Zum Schuldenabbau brauchen wir nur eine reale Staatsneuverschulung, welche unter dem realen Wirtschaftswachstum liegt.
Man müsste dazu noch nciht einmal auf Verschuldung verzichten.
Bei entsprechender Steuerlast
Per aspera ad astra.
Please post questions always in the forum and do not message them to me!
|
|
| 01.04.2008 00:49 |
|
 |
Malone
Administrator
     
Posts: 4,662
Group: Administrator
Joined: May2007
Status:
Offline
Reputation: 28
Joyland Malonatia Prosperia
|
RE: Fiatgeld, Notenbanken, Giralgeldschöpfung und Systemkrise
PS: im Übrigen finde ich es nicht unspaßig, wenn sich "Liberale" untereinander fetzen!
Per aspera ad astra.
Please post questions always in the forum and do not message them to me!
|
|
| 01.04.2008 00:53 |
|
 |
AtroX_Worf
Junior Member

Posts: 27
Group: Basic
Joined: Oct2007
Status:
Offline
Reputation: 0
Pax Romana
|
RE: Fiatgeld, Notenbanken, Giralgeldschöpfung und Systemkrise
Zum Schuldenabbau brauchen wir nur eine reale Staatsneuverschulung, welche unter dem realen Wirtschaftswachstum liegt.
Man müsste dazu noch nciht einmal auf Verschuldung verzichten.
Bei entsprechender Steuerlast 
Das eine hat mit dem anderen nicht viel zu tun.
|
|
| 01.04.2008 01:38 |
|
 |
Bulent Epikur
Super Moderator
   
Posts: 1,168
Group: Super Moderators
Joined: Dec2007
Status:
Offline
Reputation: 21
Aphrodite EPHESUS Frenzy
|
Warum Bear Stearns in Schwierigkeiten geriet?
aus... http://news.goldseek.com/RichardDaughty/1207053577.php
To get a "feel" for how crazy things got, Ambrose Evans-Pritchard at The Telegraph reports that "Bear Stearns had total positions of $13.4 trillion. This is greater than the U.S. national income, or equal to a quarter of world GDP "
....that the problem at Bear Stearns was that through using "'swaps', 'swaptions', 'caps,' collars,' and 'floors'", they were able to float $13.4 trillion of this weird financial derivatives crap, and that "this heady edifice of newfangled instruments was built on an asset base of $80 billion at best." 
$13,400 billion was what was leveraged on a measly $80 billion? Leveraged 167 times? Bear Stearns had less than 1% in the pot? Hahahaha! 
This reminds me of Alan Stang at AlanStang.com, who writes that "Banking is one of the few businesses in which crime is rewarded; and the bigger the crime, the greater the reward 
Vielleicht kurz mal übersetzt: Mit 80 Milliarden $ Eigenkapital, wurden etwa 13400 Milliarden an "verschiedenen Derivaten bewegt". D.h. ein Spekulationshebel von 1:167.
Zum Vergleich: Optionsscheine mit Hebeln um die 5-7 gelten als stark spekulativ. Oder bei den sehr spekulativen "futures" kann man meistens mit ca. 1:20 hebeln, wenn das "margin" etwa 5% beträgt. Das heißt aber zugleich, bewegt sich der Markt nur um 5% gegen sich - ist der Einsatz - futsch! Und ein "margin call" steht an der Tür, ansonsten wird die Position schon vorher liquidiert.
Ja, da hat wohl das Risikomanagement der Finanzjongleure irgendwie versagt!
Hatten wir aber schon mal Ende der 90 er, als mit LTCM zwei Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften etliche Milliarden USD mit "todsicherem" Derivate-Arbitrage an die Wand gesetzt hatten. Gegenüber heute waren das tatsächlich nur peanuts!
Angesichts dieser Nacht voller Zeichen und Sterne wurde ich zum ersten Mal empfänglich für die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt. (...by embracing the "gentle indifference of the world")
|
|
| 02.04.2008 01:33 |
|
 |
Malone
Administrator
     
Posts: 4,662
Group: Administrator
Joined: May2007
Status:
Offline
Reputation: 28
Joyland Malonatia Prosperia
|
RE: Fiatgeld, Notenbanken, Giralgeldschöpfung und Systemkrise
Zum Schuldenabbau brauchen wir nur eine reale Staatsneuverschulung, welche unter dem realen Wirtschaftswachstum liegt.
Man müsste dazu noch nciht einmal auf Verschuldung verzichten.
Bei entsprechender Steuerlast 
Das eine hat mit dem anderen nicht viel zu tun.
Ja. Aber wie werden Schulden abgebaut, wenn weiterhin Neuverschuldung stattfindet?
Per aspera ad astra.
Please post questions always in the forum and do not message them to me!
|
|
| 02.04.2008 08:35 |
|
 |
Bulent Epikur
Super Moderator
   
Posts: 1,168
Group: Super Moderators
Joined: Dec2007
Status:
Offline
Reputation: 21
Aphrodite EPHESUS Frenzy
|
RE: Fiatgeld, Notenbanken, Giralgeldschöpfung und Systemkrise
Zum Schuldenabbau brauchen wir nur eine reale Staatsneuverschulung, welche unter dem realen Wirtschaftswachstum liegt.
Man müsste dazu noch nciht einmal auf Verschuldung verzichten.
Bei entsprechender Steuerlast 
Das eine hat mit dem anderen nicht viel zu tun.
Ja. Aber wie werden Schulden abgebaut, wenn weiterhin Neuverschuldung stattfindet? 
Wie? Staatsschulden abbauen!? Oder eher, warum? 
Wenn die Staatsschuld einmal bis zu einer bestimmten Höhe angewachsen ist, so gibt es, glaube ich, kaum ein Beispiel, dass sie ehrlich und vollständig zurückbezahlt worden wäre. Die Entschuldung der öffentlichen Finanzen ist, wenn sie überhaupt jemals zustande gebracht wurde, immer durch ein Bankrott zustande gebracht worden; manchmal durch offenen, immer aber durch einen faktischen Bankrott, häufig freilich durch vorgetäuschte Tilgung verschleiert.”
Adam Smith, “Wealth of Nations”
Ach ja, für Uneingeweihte: Adam Smith gilt als "der Begründer" der klassischen Volkswirtschaftslehre und das zitierte Buch ist "das Hauptwerk" für den Kapitalismus.
Angesichts dieser Nacht voller Zeichen und Sterne wurde ich zum ersten Mal empfänglich für die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt. (...by embracing the "gentle indifference of the world")
|
|
| 03.04.2008 00:17 |
|
 |
|
|